Sparkassen Quartier Heilbronn

Projekte

Städtebauliches und architektonisches Konzept:
Mit dem neuen Sparkassen Quartier werden städtebauliche Impulse für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des Areals und eine Aufwertung des öffentlichen Raumes am Knotenpunkt
der „Allee“ und „Am Wollhaus“ gesetzt.
Die Transformation des Verwaltungsstandorts und das gänzlich neu entstehende Beratungs-Center setzen mit Ihren eigenständigen Identitäten und Adressen jeweils differenzierte Akzente im Stadtraum. Gleichermaßen bilden sie aber im Ausdruck ihres architektonischen Auftritts und durch die Raumbildung einer Abfolge von adressbildenden, der Repräsentation dienenden, öffentlichen Freiräumen ein vernetztes Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Freiraumgestaltung:
Die stadträumliche Lage des Projektgebietes ist heterogen, geprägt durch Wohn- und Gewerbebauten sowie
große Verkehrsflächen. Eindeutige Hierarchien, Vorbilder oder übergeordnete freiräumliche Strukturen als Anknüpfungspunkte für die Gestaltung fehlen weitgehend. Ein gewisses Potential besitzen der Max-Beermann-Platz, vor allem aber der langfristig geöffnete Feyerabendsche Park im Süden des Areals. Das Freiraumkonzept verfolgt daher zwei Ansätze, um mit dem Projekt einen Mehrwert für die künftigen Nutzer, aber auch die Nachbarschaften zu generieren: die Schaffung eines hochwertig gestalteten Umfeldes als Treffpunkt, Pausen-, Arbeits- und Veranstaltungsort der Mitarbeiter, sowie die Anlage einer lokalen
Freiraumverbindung. Das Freiraumkonzept ist daher geprägt durch drei Themen und Elemente, die im Stadtraum eine zunehmend hohe Wertigkeit besitzen: die Schaffung attraktiver Sozialräume, Bäume und Wasser.

Projekt
Sparkassen Quartier
Standort
Heilbronn
Verfahrensart
Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Auslober*in
Kreissparkasse Heilbronn
Auszeichnungen
2. Preis
Jahr
2025
Zusammenarbeit
meck architekten
meck ingenieure
Lars Ruge Landschaften
Müller-BBM Building Solutions
Kategorie
Wettbewerbe

Standort A – Der Verwaltungsstandort wird mit seinen neuen, pulsierenden und dabei vielfältigen Arbeitswelten unter sorgfältig abgewogener und angemessener Einbeziehung der Gebäudesubstanz in einen für die Stadtgesellschaft attraktiven, öffentlichen Ort transformiert. Zwei winkelförmig geschlossene, jedoch maßstäblich gegliederte Mantelbebauungen beruhigen dabei in ihrer Blockrandwirkung die fragmentierte Stadtstruktur.
Über die jeweils offenen Enden im Nordwesten und Südosten präsentiert sich die Sparkasse Heilbronn einladend offen. Die jeweiligen Platzräume verweben den Standort mit seiner unmittelbaren Umgebung – dies eröffnet die Chance einer zukünftigen Anbindung des Feyerabendschen Parks. Ein Turm von 60 Meter Höhe schafft Orientierung und bildet einen kraftvollen Auftakt am städtischen Vorplatz zur Kreuzung Am Wollhaus. Dabei verhält er sich dialogisch zum vis-à-vis versetzt stehenden Wollhaus-Turm. Die Silhouette der schlanken, platzständigen Stirnseite sorgt für eine weit sichtbare, unverkennbare Adresse der Sparkasse. Die Längsseite nimmt gezielt Bezug auf die Flucht des gegenüberliegenden Freiraums des Klimawäldchens. Die spezifischen Potentiale der Topografie mit ihrem nach Süden zum Feyerabendschen Park stark ansteigenden Gelände werden bei der Entwicklung des Standorts gehoben: Eine platzständige, großzügige und dabei weitläufige Treppenanlage bestimmt mit ihren Aufenthaltsqualitäten den Charakter des Platzes und überwindet spielerisch den Höhenunterschied zum bereits auf Parkebene liegenden Forum. Lichtgestalt und Herzstück des Forums bildet die außen und innen räumlich erlebbare Pyramide, als neues Veranstaltungszentrum der Sparkasse und darüber hinaus der ganzen Stadt Heilbronn. Mit dem Forum teils „unter der Pyramide“ entsteht ein großzügiger, zusammenhängender Freiraum als Ort der Gemeinschaft und informellen Begegnung von hoher Aufenthaltsqualität. Das Veranstaltungszentrum als „umgedrehte“Pyramide erzeugt mit ihren aufstrebenden Abstufungen einen markanten Bau von hohem Wiedererkennungswert und wird mit der Beherbergung von Veranstaltungshalle und gastronomischer Nutzung zum zentralen Treffpunkt aller.

„Forum unter der Pyramide“

Standort B – Der Neubau des Beratungs-Centers kommt zur Allee mit einem Rückversatz zu liegen und schafft damit die bisher vermisste Weite am beengten Standort mit vorgelagerter Überdachung der Bushaltestelle. Mit der Aufnahme der Flucht des schräg zulaufenden Postgebäudes entsteht ein wohltuender Freiraum, der auf die eingeschränkten Platzverhältnisse rücksichtsvoll reagiert und dem Gedenkort der alten Synagoge in respektvoller Weise einen würdigen Raum bietet. Der abgestaffelte Baukörper erhält einen achtgeschossigen Hochpunkt zur Allee und damit eine hohe Präsenz in Richtung Innenstadt. Vom Vorplatz leitet eine überdeckte Arkade ein in die großzügige, multifunktionale Kundenhalle. Entlang der Synagogengasse staffelt sich der Baukörper erst hinab auf fünf und schließlich auf drei Geschosse und vermittelt so zu den umgebenden
Gebäudehöhen. Die verkürzte Gebäudelänge unterstützt eine unmittelbare Vernetzung durch die Synagogengasse zum Max-Beermann-Platz, welcher mit der erdgeschossig angebotenen gewerblichen Nutzung zum Bespiel durch eine kleine Gastronomie belebt wird und zum Verwaltungsstandort überleitet. Der Baukörper beherbergt attraktive Kundenbereiche und gut belichtete Arbeitsplätze, welche auch Anschluss zu den Freiräumen zweier Dachterrassen besitzen. Eine Fassadenbegrünung in der Synagogengasse wertet die Wegeführung an dieser Stelle auf.

„Beratungs-Center“